03.05.10 13:08 Alter: 124 days

Im Trend: Kantblechkonstruktionen

 

Bis zu 35 Prozent Materialeinsparung möglich

Wo Stahl eingesetzt wird, geht es häufig um Stabilität und Tragfähigkeit. Doch diese Stabilität hat wortwörtlich ihren Preis beim Einkauf und insbesondere dem Transport. Bei der Suche nach material- und somit kostensparenden Alternativen greifen Konstrukteure deshalb immer häufiger auf Kantblechkonstruktionen zurück. Diese sind gerade auch bei schweren Aufbauten eine ideale Alternative. Ein Projekt der KMK MILLER GmbH aus Kirchberg/Iller zeigt die Einsatzmöglichkeiten von Kantblechen auf.

Kirchberg - Wird Blech anstatt Stahl eingesetzt, kann bis zu einem Drittel des Gewichts reduziert werden. Dies ist nicht zuletzt ein sehr bedeutender logistischer Faktor, da Transportkosten eingespart werden. Hinzu kommt, dass Stahl ein langfristig teurer werdendes Material ist. Kantbleche bieten gleichermaßen eine technische und wirtschaftliche Alternative, die sich insbesondere  für hohe Gewichtsaufbauten eignet. Ein gelungenes Beispiel für eine solche Kantblechkonstruktion ist ein jüngstes Projekt der KMK MILLER GmbH aus Kirchberg an der Iller.

Das Unternehmen fertigte eine Schallschutzhaube für ein Drehkolbengebläse. Ursprünglich wurden hierbei 8 und 10 mm dicke Norm-Stahlbauprofile verwendet. KMK MILLER ersetzte die Stahlbauprofile durch 6 mm dünne Kantbleche. Diese Neuerung verringerte das Gewicht von ursprünglich 580 Kilogramm auf 380 Kilogramm, was einer Materialeinsparung von rund 35 Prozent entspricht. „Trotz der Materialeinsparung von knapp einem Drittel, trägt der Grundrahmen des Drehkolbengebläses dennoch rund fünf Tonnen Gewicht“, berichtet Ulrich Miller, Geschäftsführer bei KMK MILLER.

Die Stabilität eines solchen Aufbaus kann mit Hilfe des Statikprogramms „COSMOSXpress“ errechnet werden, das im 3D-CAD-Programm „SolidWorks“ integriert ist. Diese statische Berechnung wird auf Basis der Finiten Elemente Methode (FEM) durchgeführt. Im Projekt der KMK MILLER GmbH wurde beispielsweise ein Sicherheitsfaktor von 2,6 errechnet, welcher völlig ausreichend ist.

Die Verwendung von Kantblechen hat einen weiteren großen Vorteil: sie bietet eine höhere Flexibilität, da im Vergleich zu den genormten Stahlbauprofilen die Dimensionierung sowie die Gestaltung variabler umgesetzt werden können. Außerdem können Bohrungen im Werkstoff durch Laserbearbeitung durchgeführt werden, was die aufwändigen, manuellen Bohrungen ersetzt.
 
„In allen Bereichen, in denen es darum geht, Material und somit Gewicht einzusparen, dabei aber trotzdem eine hohe Stabilität zu gewährleisten, bietet sich eine alternative Konstruktion mit Kantblechen an“, fasst Ulrich Miller zusammen.

Das blechverarbeitende Unternehmen aus Kirchberg kann auf eine langjährige Tradition zurückblicken, die im Jahre 1848 im Schlossergewerbe ihren Anfang nahm. Der heutige Namensgeber begann 1936 mit der Fertigung von Blechöfen. In den 90er Jahren ist die Firma dann in die Herstellung von Maschinenverkleidungen eingestiegen. 1999 gründete KMK ein Tochterunternehmen im südbadischen Lahr, das auf die Produktion von Kabinensystemen spezialisiert ist.


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